Weniger Stellen, andere Berufe, neue Suchwege: Seit dem Start von ChatGPT hat sich der deutsche Arbeitsmarkt spürbar verschoben. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, was sich wirklich verändert hat und was das für Unternehmen und Kommunen bedeutet.
Ende November 2022 wurde ChatGPT veröffentlicht. Seitdem ist die Zahl der Stellenanzeigen auf der Jobplattform Indeed in Deutschland um 37 Prozent gesunken. Schwache Konjunktur, Umbau der Industrie und zunehmende Automatisierung treffen dabei vor allem Büro- und Technologiestellen. Besonders deutlich zeigt sich das am Berufseinstieg. Das Angebot an Einstiegsjobs ist seit 2022 um mehr als zwei Drittel geschrumpft. Stark betroffen sind Marketing, Projektmanagement und der Tech-Sektor. Zulegen konnten nur Pflege, Medizin und Pharmazie sowie Gastronomie und Hotellerie.
Welche Berufe heute wirklich fehlen
Noch vor wenigen Jahren galten Softwareentwickler als die gesuchtesten Fachkräfte des Landes. Heute sieht die Bundesagentur für Arbeit dort keinen Engpass mehr, ebenso wenig im IT-Vertrieb und in der spanenden Metallbearbeitung.
Knapp sind dagegen Berufe, die sich nicht am Bildschirm erledigen lassen: Pflege, medizinische Berufe, Bau und Handwerk, dazu Köche, Berufskraftfahrer und Erzieher. Insgesamt ist die Zahl der Engpassberufe gesunken, von 200 im Jahr 2022 auf 157 im Jahr 2025.
Ein Gewinner der Entwicklung ist die duale Ausbildung. Ausbildungsstellen einschließlich dualem Studium lagen zuletzt rund 50 Prozent über dem Niveau von 2019.
Ist KI schuld am Rückgang der Bürojobs?
Die naheliegende Antwort wäre ja. Die Daten zeigen ein differenzierteres Bild. Der Rückgang bei Einstiegsjobs in KI-nahen Berufen begann bereits im Frühjahr 2022, also vor der Veröffentlichung von ChatGPT. Die Konjunktur spielt deshalb vermutlich eine ebenso große Rolle wie die Technologie.
Was KI tatsächlich verändert, sind die Anforderungen. Einen allgemeinen Stellenboom hat sie nicht ausgelöst. Unternehmen stellen gezielter ein und bevorzugen Bewerber, die Fachwissen mit praktischer KI-Kompetenz verbinden.
Warum Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel gleichzeitig existieren
Offene Stellen finden Bewerber nach wie vor vor allem auf Jobportalen. Das Urteil über einen Arbeitgeber fällt aber woanders: 81 Prozent beginnen ihre Recherche zu einem Unternehmen bei Google oder einer ähnlichen Suchmaschine, 19 Prozent bei KI-Chatbots wie ChatGPT.
Hier liegt die eigentliche Veränderung. KI-Chatbots und Googles KI-Übersichten beziehen ihre Informationen von echten Webseiten. Sind die Inhalte dort veraltet, geben die KI-Systeme sie genau so weiter. Wer online nichts Aktuelles über sich erzählt, überlässt sein Bild dem Zufall.
Gleichzeitig zählt Vertrauen mehr als reine Reichweite. Laut Stepstone entscheidet die Bekanntheit einer Marke deutlich stärker darüber, welche Seite angeklickt wird, als die Platzierung bei Google. 88 Prozent der Befragten wollen sich auch künftig zusätzlich zu KI-Antworten auf Websites informieren.
Was Unternehmen und Kommunen daraus ableiten können
Die Stellenanzeige bringt Bewerber zum ersten Kontakt. Ob sie sich tatsächlich bewerben, hängt davon ab, was sie danach über den Arbeitgeber finden. Für Unternehmen heißt das: Aktuelle, glaubwürdige Inhalte auf eigenen Kanälen sind keine Kür mehr, sondern die Quelle, aus der Suchmaschinen und KI ihr Bild zeichnen.
Für Kommunen stellt sich eine ähnliche Frage. Wer für einen Job in eine neue Region zieht, entscheidet sich auch für einen neuen Lebensort. Was Interessierte online über diesen Ort finden, prägt ihr Bild, lange bevor sie zum ersten Mal vor Ort sind.
Wie THE STÄDT(le)® Angebot und Suchende zusammenbringt
Genau diese Lücke schließt THE STÄDT(le)®. Jede Stadt erhält bei uns eine eigene digitale Heimat: aktuelle Nachrichten, Handel und Gewerbe, Vereine, Wirtschaft, Kommune und Wirtschaftsförderung auf einer gemeinsamen Plattform. Und mittendrin: die offenen Stellen der Unternehmen vor Ort.
Damit verbinden wir, was bisher getrennt war.
Quellen: Indeed Hiring Lab, Bundesagentur für Arbeit (Fachkräfteengpassanalyse 2025, Monatsbericht August 2026), Stepstone Candidate Journey Studie 2025

